Konkurrenzbeobachtung für Autoren: Titelvorschauen

Neuerscheinungen

(Bildquelle © MILATEXT)

Die meisten Buchautoren sind Idealisten und halten wenig von den Ritualen der Wirtschaft. Aber letzten Endes leben auch sie vom Geld, das sie mit ihren Büchern erwirtschaften. Wie viel das ist, hängt jedoch nicht unwesentlich davon ab, welche Konkurrenzprodukte im Vorfeld des eigenen Buchs erscheinen und welche Trends sich abzeichnen. So etwas nennt man Kon­kur­renz­be­o­bach­tung und ist auch im Buchmarkt wichtig. Aber: Wenn die Bücher erst im Laden liegen, ist es für den Autor längst zu spät.

Autoren müssen schon vor Erscheinen konkurrierender Bücher wissen, welche es demnächst geben wird. Die Recherche über die Titelschutzanzeigen ist die klassische Methode einer Konkurrenzbeobachtung, aber eine mit zwei wesentlichen Schwächen: Erstens werden von den Verlagen viele Titel zum Schutz angemeldet, die nie erscheinen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Zum Teil will man damit Konkurrenzverlage ausbremsen und täuschen, zum Teil ist man sich noch unschlüssig und entscheidet sich nach Marktanalysen gegen eine Veröffentlichung. Manchmal würde man auch gerne ein Buch mit dem gemeldeten Titel in den Markt bringen, findet dafür aber keinen Autor. Zweitens sagt der gemeldete Titel relativ wenig über den tatsächlichen Inhalt und die Zielgruppe aus.

Effizienter, wenn auch zeitlich nicht ganz so weit im Voraus lassen sich Konkurrenztitel und Trends daher aus den Vorankündigungen der Titelvorschauen herauslesen, die einige Fachblätter und Portale anbieten. Denn die dort vorgestellten Titel werden auch tatsächlich erscheinen. Solche verlagsübergreifende Quellen sind neuebuecher.de und Bücher.de. Darüber hinaus bieten auch die meisten Verlage auf ihren Websites Vorschauen auf ihre eigenen Titel an. Diese alle zu verfolgen ist allerdings mühsam.

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Besonders bequem lassen sich Neuerscheinungen übrigens per Newsfeed bzw. RSS-Feed verfolgen. RSS-Feeds sind mit Nachrichtentickern vergleichbar. Websites, die solche Tickerdienste anbieten, signalisieren das mit dem RSS-Feed-Symbol. Zum Lesen dieser Quellen kann man entweder ein spezialisiertes Programm – einen sogenannten Feedreader oder auch Aggregator – verwenden, oder Onlinedienste, die RSS-Feeds im Internetbrowser darstellen. Spezialisierte Feedreader bieten allerdings erheblich mehr Komfort. Ein kostenloser und dazu noch ausgezeichneter Feedreader ist RSSOwl (Download hier).

Den Newsfeed von Bücher.de kann jeder sofort abonnieren (Link ganz unten am Fuß der Bücher.de-Website, auf RSS-Symbol achten), den Feed der Website neuebuecher.de darf man erst nach einer (kostenlosen) Registrierung nutzen. Dafür lässt sich der Newsfeed von neuebuecher.de im Gegensatz zu jenem von Bücher.de nach Genre, Autor, Verlag und vielen weiteren Kriterien eingrenzen, was viel Zeit beim Auswerten spart. (ml)