Buchempfehlung: Die Self-Publisher-Bibel – Das Jahrbuch für Indie-Autoren 2013

Cover (Quelle: Amazon)

Cover (Quelle: Amazon)

Ein Buch schreiben, das berühmt macht, wollen viele. Der klassische Weg über Buchverlage erfordert nicht nur überragendes Talent, sondern auch eine gute Portion Glück, wie die Erfolgsstory der Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling zeigt, deren erstes Potter-Manuskript von mehreren Verlagen abgelehnt wurde, bis endlich ein Verlag das Bestsellerpotenzial ihres Buches erkannte. Aber es gibt eine Alternative: Selfpublishing, also das Verlegen ohne Verlag.

Allerdings bedeutet das, neben der Rolle als Autor auch wichtige Aufgaben eines Verlages in Eigenregie zu übernehmen – und derer sind viele. Hierbei eine große Hilfe für Einsteiger und noch unerfahrene Selfpublisher ist die Self-Publisher-Bibel von Matthias Matting.
In einem Markt, der eine so lange Entwicklung wie der Buchmarkt hinter sich hat, sind die wirtschaftlichen Abhängigkeiten der Marktteilnehmer untereinander, die Marktstrukturen aber auch die Gesetzeslage hoch komplex. Das können Neu- und Quereinsteiger ins Selfpublishing jedoch nicht wissen. Sie neigen daher im anfänglichen Überschwang dazu, drauflos zu schreiben, ohne sich mit diesem Markt und seinen Regeln vertraut zu machen. Amazon & Co. vermitteln zudem aus eigenem Interesse noch den Eindruck, bei ihnen selbst zu verlegen, ginge ganz einfach.

Im besten Fall liegt das E-Book nach dem hochladen in den Shop wie digitales Blei auf dessen Festplatten, weil keiner das Buch nachfragt. Gründe dafür gibt es zahlreiche: ein miserables Cover, ein langweiliger Titel, eine unlogische Handlung, ein abseitiges Thema – oder ein fehlendes Marketing, denn ein Buch, das niemand kennt, kann auch niemand kaufen.

Im schlimmsten Fall beginnt das böse Erwachen mit einer saftigen Abmahnung vom Anwalt, sei es wegen eines fehlenden Impressums, sei es wegen angeblicher Verstöße gegen die Zugabeverordnung („Hoppla, was ist das denn? Nie gehört!“) oder das Urheberrecht. Der Tretmienen sind viele. Wer in diesen Dingen bockig reagiert („Ich bin Schriftsteller, mich kümmert nichts“) wird schnell merken, dass Öffentlichkeit nicht nur hin und wieder etwas Ruhm abwirft, sondern vom frischgebackenen Schreibkünstler viel häufiger einen hohen Preis im wahren Sinn des Wortes einfordert.

Aber Fehler, die andere schon vorher gemacht haben, muss man ja nicht unbedingt wiederholen. Deshalb ist das Buch Die Self-Publisher-Bibel Gold wert. Für magere 4,99 Euro bekommt man auf rund 550 Seiten einen geballten Erfahrungsschatz an die Hand, der vor solchen kostspieligen Schäden bewahren kann. Mehr noch: Das Buch enthält auch jede Menge handwerkliches Praxiswissen rund um das Selbstverlegen, das den Erfolg des eigenen Buchs erheblich steigern kann. Darunter Tipps zur Vermarktung, zur Auswahl der Dienstleister, zur Preisgestaltung, zu nützlichen Quellen im Internet und vieles mehr.

Zwar tummeln sich vor allem auf dem US-Buchmarkt bereits viele – teils erheblich teurere – Ratgeberbücher zum Thema Selfpublishing, aber Mattings Ratgeber sticht aus diesem Segment deutlich hervor: Erstens ist es ganz auf den hiesigen Markt zugeschnitten, was gerade bei Fragen zur rechtlichen Seite des Selbstverlegens für den Nutzen unabdingbar ist, weil deutsche Autoren nun mal den deutschen Gesetzen unterliegen und nicht den US-amerikanischen. Zweitens und noch wichtiger für die Qualität des Buchs: Matthias Matting ist seit über 20 Jahren professioneller Journalist – darunter so renommierter Titel, wie Wirtschaftswoche und Focus. Dementsprechend hat er seine Informationen für das Buch nicht nur gesammelt, sondern auch journalistisch sauber recherchiert und verifiziert.

Angeregt wurden die meisten im Buch behandelten Themen durch Fragen der Mitglieder der Facebook-Gruppe Selfpublishing, an der Matthias Matting seit längerem als allseits geschätzter Ratgeber und Diskutant mitwirkt. Wohltuend macht sich sein Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmern der Facebook-Gruppe im Buch dadurch bemerkbar, dass Matting keine Phantomthemen aufgreift, sondern dort ansetzt, wo es den Selfpublishern tatsächlich auf den Nägeln brennt.

Muss man als angehender Selfpublisher Mattings Buch also unbedingt kaufen? Nein, denn die im Buch gesammelten Informationen gibt Matting auch gratis auf seinem Blog Selfpublishing Bibel preis. Und dennoch: Ja, man muss! Denn 4,99 Euro sind bestenfalls eine symbolische Anerkennung für die enorme Schreib- und Recherchearbeit, die der Autor in sein Buch investiert hat und immer noch geschenkt für derart viele, nützliche und geldwerte Informationen. Eine solche Anerkennung und Unterstützung ist meines Erachtens das absolut Mindeste, was man dem Autor schuldet. (ml)

Fazit

  • für Selfpublisher einschränkungslos empfehlenswert
  • für solche, die es werden wollen, nahezu unabdingbar als Vorbereitung

Format: Kindle
Autor: Matthias Matting
Herausgeber/Verlag: selfpublisherbibel.de
Erschienen: Januar 2014
Umfang: ca. 557 Seiten
ISBN: ohne
Preis: 4,99 Euro (zum Zeitpunkt der Recherche)
Download: Die Self-Publisher-Bibel – Das Jahrbuch für Indie-Autoren 2013